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Anmelden   Trafik 2: Wolfgang K. 59, Pensionist

Jeden Freitag Vormittag fährt Wolfgang für eine Kontrolluntersuchung in das Landeskrankenhaus Graz. An der Haltestelle Auf der Tändelwiese nimmt er den 39er Bus in Richtung Jakominiplatz. Dort steigt er in die Straßenbahnlinie 1 oder 7 um und fährt bis zur Endstation am Landeskrankenhaus. Die Kontrolluntersuchung dauert meist nur eine halbe Stunde und er ist vor 12 Uhr wieder zurück. Von der Bushaltestelle geht er über die Triester Straße zur Trafik an der Ecke zur Tändelwiese und kauft sich wie jeden Tag eine Schachtel „Marlboro“.

Triester Straße / 2001 bis heute
Wolfgang wohnt seit seiner Scheidung im Jahr 2001 in einem Anfang der 1950er Jahre erbauten vierstöckigen Haus in der ersten Häuserreihe der Triester Straße. Seine Einzimmer- Mietwohnung liegt im dritten Stock mit den Fenstern zur Straße. An den Verkehrslärm der vierspurigen Durchzugsstraße hat Wolfgang sich erst gewöhnen müssen. Mittlerweile ist er aber mit seiner Wohnung und der Lage sehr zufrieden. Er bezahlt wenig Miete und hat trotz der kleinen Wohnfläche von 45m2 immer Platz für Freunde, wenn diese bei ihm übernachten wollen. Wolfgang war früher als Fernfahrer tätig und ist viel in Europa herumgekommen. So richtig „daheim“ fühlt er sich aber nur in der Triester Siedlung. Er kennt die Gegend „wie seine Westentasche“ und möchte auch nicht mehr von hier wegziehen.

Nähe Südtirolersiedlung / 1988 bis 2001
Von 1988 bis zu seiner Scheidung im Jahr 2001 wohnte Wolfgang mit seiner Frau und seinem Sohn zur Miete in einer Dreizimmerwohnung in einem vierstöckige Haus, das Ende der 1950er Jahre neben der sogenannten Südtirolersiedlung errichtet wurde. Das Haus lag in einer ruhigen Nebenstraße und die Wohnung hatte einen südseitige Balkon. Nach der Scheidung kam Wolfgang für vier Monate bei einem Freund unter, der in einer Zweizimmerwohnung im Parterre des Vinzenz-Muchitsch- Hofs wohnte. Über die Hausmeisterin des Muchitsch-Hofs erfuhr er von der freien Wohnung in der Triesterstraße, die er im Herbst 2001 bezog.

Reiherstadlgasse / 1951 bis 1988
Aufgewachsen ist Wolfgang in der Reiherstadlgasse, einer ruhigen Seitenstraße mit Grünflächen vor den Häusern. Die dreistöckigen Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg errichtet und lange Zeit nicht modernisiert. Gemeinsam mit zwei Brüdern und seiner Mutter lebte Wolfgang in einer sogenannten „Mittelwohnung“, die zwischen den beiden Einzimmerwohnungen jeweils die größte Wohnung in einem Stockwerk war. Badezimmer gab es damals noch nicht, dafür aber große Waschbecken im Keller. Dort hat man tagsüber die Wäsche und abends die Kinder gewaschen. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1983 übernahm Wolfgang die Wohnung und lebte dort bis zu seiner Heirat im Jahr 1987. Seine Frau zog im selben Jahr zu ihm, wollte aber auf keinen Fall dort bleiben, weil in ihren Augen „die Gegend so schlecht sei“. Deshalb gab Wolfgang die Wohnung auf und zog mit seiner Frau in die Nähe der Südtirolersiedlung.

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